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Über das Wort “kriegen”

Oft lese ich in Internetforen oder mittlerweile sogar in Zeitungen das Wort “kriegen”, welches meiner Ansicht nach umgangssprachlich ist und somit nicht in schriftlicher Form gebraucht werden sollte. Bekommen oder erhalten sind hier die bessere Wahl. Hier ein Zitat aus einem Spiegel Artikel:

Das Wort “kriegen” ist umgangssprachlich, auch wenn es auf das standardsprachliche Wort “Krieg” zurückgeht. Es bedeutete ursprünglich “streben”, “sich bemühen”, “sich anstrengen”, so wie der “Krieg” zunächst vor allem eine “Anstrengung” bedeutete. Später wurde “kriegen” im Sinne von “erhalten”, “bekommen” verwendet, was ja auch nahe liegt; denn wer etwas bekommen will, der muss sich in der Regel dafür anstrengen. Auch wenn das Wort im Niederdeutschen (krigen) und Niederländischen (krijgen) nichts Unschickliches hatte und hat, so galt es im Hochdeutschen immer als zweite Wahl. Natürlich würde kein noch so sprachpenibler Arzt die Behandlung verweigern, wenn der Patient ihm sagte: “Hilfe, Herr Doktor, ich kriege keine Luft mehr!” Und niemand im Büro würde Anstoß an der Wortwahl nehmen, wenn jemand entnervt ausriefe: “Ich krieg die Krise!”

Aber in wohlgesetzter Rede ist “bekommen” vorzuziehen. “Schröder kriegt Doktorwürde verliehen” dürfte in keiner Zeitungsredaktion als gutes Deutsch durchgehen. Und “Jubel in Norwegen: Prinzessin Mette-Marit kriegt ein Baby” klingt nicht besonders königlich. Besonders hässlich gerät das Verb im Perfekt: “Schau, was ich zum Geburtstag gekriegt habe.”

Fazit: “kriegen” ist heute kein “Bäh”-Wort mehr, gilt aber immer noch als umgangssprachlich. Wenn gepflegter Ausdruck verlangt ist, sollte man sich besser an “bekommen” halten.

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